20 demonstrieren in Corona-Zeiten stellvertretend für 500

Pressemitteilung

10.4.2020, Karfreitag

Genehmigte Ostermahnwache vor der Gronauer Uranfabrik fordert „Urananreicherung beenden – Atomwaffen ächten“ / Protest wird im Internet fortgesetzt

(Gronau/Jülich, 10. April 2020) Besonnen, mit Gesichtsmasken und großem Abstand haben Karfreitag rund 20 Mitglieder mehrerer Initiativen und Verbände mit einer Mahnwache vor der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage in Gronau deren sofortige Stilllegung gefordert. Im Rahmen der bundesweiten Osteraktivitäten der Friedensbewegung wurde mit der Aktion auch besonders auf die Schnittmengen der so genannten zivilen Nutzung der Atomenergie und der militärischen Atomwaffentechnik hingewiesen. Außerdem wurde zur Unterstützung eines Online-Appells gegen Urananreicherung und Atomwaffen aufgerufen. www.openpetition.de/!cfbxn. Die Gronauer Protestaktion ist in diesem Jahr, in dem die deutsche Ostermarschbewegung 60 Jahre alt wird, eine der wenigen Ostermarschaktionen, die real und unter dem freien Himmel durchgeführt wurde..

Der ursprünglich für Karfreitag geplante traditionelle Ostermarsch zur Urananreicherungsanlage in Gronau wurde schon im März vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen auf einen noch festzulegenden Termin verschoben. Eine überschaubare Mahnwache ist dann aktuell als eine passendere Aktionsform als ein Ostermarsch mit breiter Beteiligung eingestuft worden. Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und das Gronauer Ordnungsamt haben sich am Donnerstag kooperativ darüber verständigt, dass es bei der Mahnwache zum Schutz vor Infektionsübertragungen wünschenswert wäre, wenn sich sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einer Mund- und Nasenschutzmaske ausstatten, was auch passierte. Zudem wurde ein Mindestabstand der Beteiligten von mindestens 2 Metern vereinbart. Zudem wurde festgelegt, dass die Beteiligung maximal bei 20 Personen liegen sollte.

Die Mahnwache war geprägt von vielen friedens- und umweltpolitischen Transparenten und Plakaten, die zum Tell auch an dem Zaun der Urananreicherungsanlage befestigt wurden. Mit einem Modell einer Atombombe wurde symbolisch dargestellt, dass die Zentrifugentechnik, die zur Urananreicherung genutzt wird, auch zur Produktion von Uran für Atomwaffen genutzt werden kann.

Während der 45minütigen Aktion wurde Musik des Kölner Liedermachers Gerd Schinkel gespielt, der selber nicht teilnehmen konnte. Ausserdem sang die ganze Mahnwache gemeinsam das bekannte Lied der Anti-Atomkraft-Bewegung „Wehrt Euch!“.

Am Ende der Veranstaltung wurde zum weiteren Engagement für Frieden und Abrüstung aufgerufen. Hierzu gibt es in den Ostertagen, und danach, vielfältige Möglichkeiten im Internet. Das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen hat eine Online-Petition gegen Urananreicherung und Atomwaffen verfasst, die von zu Hause aus am Computer unterschrieben werden kann. Der von 20 Initiativen und Verbänden gestartete Ostermarschappell Gronau/Jülich „Urananreicherung beenden – Atomwaffen ächten“, findet sich auf der Plattform „Open Petition“: www.openpetition.de/!cfbxn. Weitere Informationen, auch zu den regionalen und bundesweiten Osteraktivitäten der Friedensbewegung, unter https://ostermarsch-gronau.de, https://www.friedenskooperative.de, http://www.ostermarsch-ruhr.de

Einigkeit bestand bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, dass auch in Corona-Zeiten das Recht auf Versammlungsfreiheit nicht beschnitten werden darf.