Aufruf

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Atomwaffen und Urananreicherung ächten

Zivile Konfliktlösung statt Rüstungsexporte

Friedenspolitische Zeichen sind aktuell wichtiger denn je:

Die deutschen Rüstungsexporte in Kriegsregionen haben erschreckende Ausmaße erreicht. Unverantwortlich sind die deutschen Waffenexporte: Panzerlieferungen an die eine und Panzerabwehrraketen an die andere Konfliktpartei – das ist menschenverachtend. Die Urananreicherung des Gronauer Urenco-Konzerns wird offenbar immer bedeutsamer für das Atomwaffen-Programm der USA und die Bundesrepublik Deutschland weigert sich weiterhin, die UN-Resolution zur Atomwaffenächtung zu unterzeichnen und billigt stattdessen die Lagerung von US-Atombomben in Büchel.

Deshalb: Nehmt am Karfreitag, 30. März, um 13 Uhr am Ostermarsch in Gronau zur bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage teil und setzt mit uns ein Zeichen!

Urananreicherung im Fokus von Donald Trump und Kim Jong Un

Die durch den Urenco-Konzern in Jülich erforschte und in Gronau angewandte Zentrifugentechnologie für die Urananreicherung wird nicht nur für die Belieferung von AKW genutzt. In der Urenco-Anlage in Almelo (NL) entwendete der pakistanische Wissenschaftler Dr. Khan in den 1970er-Jahren Baupläne und verhalf so Pakistan zur Atombombe. Von dort gelangten die Pläne auch an den Iran und Nordkorea – und damit in die Hände eines Diktators, der stetig die Aggressionsspirale antreibt.

Auch die USA sind ganz offensichtlich an der Technologie und dem von Urenco angereichertem Uran interessiert, da die USA seit einigen Jahren keine eigene staatliche Urananreicherungsanlage mehr betreiben. 2017 wurden Lieferverträge zwischen dem Urenco-Konzern und dem AKW Watts Bar bekannt, welches dem US-Atombombenprogramm zuarbeitet. Inzwischen haben die USA und Japan Interesse am Kauf des Urenco-Konzerns signalisiert. Der seit Jahren geplante Verkauf von Urenco-Anteilen, die u. a. RWE und E.ON gehören, stellt eindeutig eine weitere Verbreitung von Atomwaffentechnologie dar. Mit der Ankündigung neue, „kleine“ Atombomben mit niedriger Nutzungshemmschwelle zu bauen, erhöht Donald Trump möglicherweise den Druck auf US-Firmen, über den Anteilserwerb an die hocheffiziente Urenco-Technologie und die bestehende Urenco-Anlage in New-Mexico (USA) zu gelangen. Sorgen bereitet uns auch die Urananreicherung in anderen Staaten wie z. B. in Russland. Dort lagern zudem noch immer rund 30.000 Tonnen Uranmüll, die aus der Gronauer Urananreicherungsanlage stammen.

Urenco Gronau – der Atomausstieg ist rechtlich möglich

Die Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau darf immer noch ohne zeitliche Befristung weltweit AKW mit angereichertem Uranbrennstoff versorgen und beliefert fast 10% des Weltmarktes. Das macht Deutschland zu einem der international wichtigsten Lieferanten – auch für Schrott-AKW wie Tihange und Doel oder ukrainische AKW nahe der Kriegsfront. Das ist unverantwortlich! Dabei zeigen Gutachten, die 2017 im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt wurden, ganz klar, dass eine Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage rechtssicher problemlos möglich ist.

Urenco trägt mit der Urananreicherung massiv zum Risiko weiterer Atomkatastrophen und der Umweltzerstörung durch Uranabbau bei. Die NRW-Landesregierung und die Bundesregierung müssen die Urananreicherung und den Uranbrennstoff-Export sofort unterbinden. Und mit den unredlichen Vorschlägen über Braunkohle-Ersatz-Strom aus NRW für Belgien muss Schluss sein! Der Atomausstieg muss auch in Gronau, sowie in Lingen, umgesetzt werden.

Mit Uranlieferungen fördert man keinen Atomausstieg und mit Waffenlieferungen fördert man keinen Frieden!

Deshalb fordern wir:

  • Ächtung + Verbot der Urananreicherung und Zentrifugenforschung!

  • Sofortiger Stopp aller Uran- und Brennelement-Exporte!

  • Sofortige Stilllegung aller Uranminen, AKW und Atomfabriken

  • Vernichtung und “Entsorgung” aller Atomwaffen und Uranmunitions-Bestände!

  • Stopp aller Waffenexporte und Kriegsbeteiligungen!

  • Förderung von gewaltfreien Ansätzen zur Konfliktlösung statt Wettrüsten!