{"id":243,"date":"2019-03-22T20:53:41","date_gmt":"2019-03-22T20:53:41","guid":{"rendered":"https:\/\/ostermarsch-gronau.de\/?p=243"},"modified":"2019-03-22T20:53:41","modified_gmt":"2019-03-22T20:53:41","slug":"urenco-stilllegung-im-bundestag-abgelehnt-offenbar-taeuschungsversuche-durch-atomlobby","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ostermarsch-gronau.de\/?p=243","title":{"rendered":"Urenco-Stilllegung im Bundestag abgelehnt: offenbar T\u00e4uschungsversuche durch Atomlobby"},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"font-size: large;\"><b>Friedensnobelpreistr\u00e4gerin ICAN wurde diskreditiert<\/b><\/span><\/h3>\n<h3><span style=\"font-size: large;\"><b>Urananreicherer Urenco setzt auf Expansion in zivil-milit\u00e4rischem Bereich<\/b><\/span><\/h3>\n<p>Regionale Anti-Atomkraft-Initiativen, der Bundesverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die internationale \u00c4rzteorganisation IPPNW reagieren emp\u00f6rt auf die ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.taz.de\/Urananreicherung-in-Gronau\/!5579430\/\">Recherchen der taz<\/a>. Im Oktober 2018 soll aus dem direkten Umfeld des Gronauer Urananreicherers Urenco versucht worden sein, die Abgeordneten des Umweltausschusses des Bundestags mit einem Schreiben zu t\u00e4uschen, um das sehr magere friedenspolitische Ansehen der Urenco aufzupolieren und das Ansehen der Friedensnobelpreistr\u00e4gerin ICAN zu diskreditieren. Die &#8222;dubiose Stellungnahme&#8220; (taz) enth\u00e4lt anscheinend in weiten Teilen falsche Angaben.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><b>taz: Die Spur f\u00fchrt nach Sch\u00fcttorf und Gronau<\/b><\/span><\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser war eine Stellungnahme von ICAN Deutschland gegen\u00fcber dem Umweltausschuss des Bundestags im unmittelbaren Vorfeld eines Experten-Hearings im Oktober 2018 zur m\u00f6glichen Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau. In der Stellungnahme warnte ICAN eindringlich vor den milit\u00e4rischen Gefahren der Urananreicherung. Nur wenige Stunden sp\u00e4ter erhielt der Umweltausschuss eine deutschsprachige Gegenstellungnahme des angeblichen US-Wissenschaftlers &#8222;Dr. Panto&#8220;, zugestellt von einem &#8222;Uran-Institut&#8220;. Dieses &#8222;Institut&#8220; steht nach den Recherchen aber in direktem Zusammenhang mit Dr. Andreas Kronenberg aus Sch\u00fcttorf (15 km n\u00f6rdlich von Gronau). In Sch\u00fcttorf ist Dr. Kronenberg Mitglied der \u00f6rtlichen CDU, in den USA gibt er sich aktuell bei der American Nuclear Society als Urenco-Mann aus mit einer Werks-Telefonnummer aus der UAA Gronau (Quelle: http:\/\/desd.ans.org\/officers\/). Laut Urenco arbeitet Kronenberg aktuell &#8222;nicht mehr&#8220; in Gronau. Noch Anfang des Monats wollte die Telefonzentrale der Urenco die taz jedoch durchstellen. Der Herr &#8222;Panto&#8220; erweist sich bislang als Phantom.<\/p>\n<p>An dem Hearing im Bundestag nahmen im Oktober 2018 auch der Gronauer FDP-Abgeordnete Karl-Heinz Busen sowie als Gast der Chef der Urenco Deutschland, Dr. Joachim Ohnemus, teil. Atomkraftgegner protestierten vor dem Bundestag mit einer Mahnwache.<\/p>\n<p>Die Anti-Atomkraft-Initiativen sind viel gewohnt im Umgang mit der Atomindustrie, aber dass hier anscheinend mit unlauteren Methoden versucht wurde, den Bundesumweltausschuss mit einer fingierten Stellungnahme hinters Licht zu f\u00fchren, ist ein Skandal. Das wirft die Frage auf, wer dem Autoren die Stellungnahme von ICAN so postwendend zugespielt hat: Waren hier wom\u00f6glich regionale Bundestagsabgeordnete oder gar die Firma Urenco selbst beteiligt? Die Initiativen fordern eine umfassende Untersuchung und Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><b>Urenco auf friedenspolitischen Abwegen<\/b><\/span><\/p>\n<p>Urenco hat gerade erst im Februar angek\u00fcndigt, in der firmeneigenen Urananreicherungsanlage in New Mexico\/USA zuk\u00fcnftig Uran 235 statt bislang maximal auf 5-6 % auf bis zu 19,75 % anzureichern. F\u00fcr die Entwicklung der entsprechenden Zentrifugen w\u00fcrde die zentrale Urenco-Techniktochter ETC neben dem Forschungszentrum in J\u00fclich eingesetzt werden. Als m\u00f6gliche Kunden f\u00fchrt Urenco &#8222;fortgeschrittene Reaktortypen&#8220; sowie Forschungsreaktoren an, aber auch die von Urenco geplanten eigenen U-Batterie-Atomreaktoren. Konkretes Interesse an dem deutlich h\u00f6her angereicherten Uran hat in den USA vor wenigen Wochen ausgerechnet das US-Verteidigungsministerium ge\u00e4u\u00dfert, das kleine mobile Reaktoren f\u00fcr &#8222;rapid response scenarios&#8220; bauen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Urenco hat in den USA nach Angaben des US-Energieministeriums schon vor Jahren versucht, die strikte Zivilklausel in Zusammenhang mit der Belieferung von Reaktoren auszuhebeln, die Tritium f\u00fcr den Einsatz in Atomwaffen herstellen. Die friedenspolitischen Sorgen von ICAN sind real und berechtigt. Bislang galt die 5%-Grenze bei der Urananreicherung als Beleg f\u00fcr die rein zivile Nutzung. Wie kann die Bundesregierung einen derart dramatischen Kursschwenk bei Urenco billigen? Die Gefahr der Proliferation ist aus friedenspolitischer Sicht sehr hoch.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\"><b>19. April: Ostermarsch zur Urananreicherungsanlage Gronau<\/b><\/span><\/p>\n<p>Das Aktionsb\u00fcndnis M\u00fcnsterland gegen Atomanlagen und der Bundesverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz (BBU) rufen zur Teilnahme am diesj\u00e4hrigen Ostermarsch am Karfreitag, 19. April 2019, zur Urananreicherungsanlage Gronau auf: Uns macht der atompolitische Kurs der Urenco in Zeiten weltweiter atomarer Aufr\u00fcstung gro\u00dfe Sorgen. Wir fordern deshalb sowohl aus ziviler wie aus milit\u00e4rischer Sicht die umgehende Stilllegung der Urananreicherungsanlagen in Gronau und Almelo sowie der Zentrifugenentwicklung und -fertigung in J\u00fclich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Friedensnobelpreistr\u00e4gerin ICAN wurde diskreditiert Urananreicherer Urenco setzt auf Expansion in zivil-milit\u00e4rischem Bereich Regionale Anti-Atomkraft-Initiativen, der Bundesverband B\u00fcrgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die internationale \u00c4rzteorganisation IPPNW reagieren emp\u00f6rt auf die ver\u00f6ffentlichten Recherchen der taz. 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